JODVIDEO

VORTRAG ZUM JODVIDEO

DER VORTRAG ZUM VIDEO

30. Oktober 2011

Der im obigen Jodvideo mitgeschnittene Beitrag sowie das Interview der Buchautorin Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., wurde während ihres Vortrages „Jodsalz, nein danke. Wie wir unserer Schilddrüse schaden.” am 20. November 2010 in Garmisch-Partenkirchen (Katholisches Pfarrheim St. Martin, Burgstr. 17) aufgezeichnet.

Der Grund für diesen Vortrag war die Idee von Frank Rösner, FDP (jod-info.blog.de), ein Video über die Jodproblematik erstellen zu lassen, in dem, anders als in der bekannten Jodwerbung, endlich auch mehr über die Risiken und Nebenwirkungen der sogenannten „generellen Jodsalzprophylaxe” zu erfahren sein sollte.

Mein Vortrag war eine kritische Auseinandersetzung mit der in Deutschland unter dem Begriff „generelle Jodsalzprophylaxe” praktizierten medikamentösen Therapie, Salz und Lebensmittel zur angeblichen Verhinderung eines Kropfes mit Jod zu versetzen, ohne daß eine individuelle Untersuchung vorangegangen war, ohne daß die Einwilligung des einzelnen Betroffenen eingeholt worden wäre, und ohne irgendeine exakte Dosierungsmöglichkeit.

Die offizielle Version für diese Maßnahme stützt sich auf das Körnchen Wahrheit, daß jeder Mensch (und jedes Tier) individuelle Spuren (d.h.1-2 µg/Kg Körpergewicht) des Spurenelementes Jod braucht, um zu überleben und gesund bleiben zu können.

Die allgemein als Ausgangspunkt für diese Jodsalzprophylaxe geltende Behauptung, Deutschland sei ein Jodmangelgebiet, löst dann bei vielen Bürgern praktisch von selbst eine Art „Hamster-Reflex” aus. Denn man will diesen Mangel durch die - vermeintlich freiwillige - Verwendung von Jodsalz und jodierten Lebensmitteln natürlich unbedingt beheben.

Diese Vorstellung, ein ganzes Land sei ein Jodmangelgebiet, schürt Angst und suggeriert den meisten Bürgern sehr überzeugend die Notwendigkeit, dieser Jodmangel müsse selbstverständlich behoben werden, und am besten über die Ernährung, natürlich in allen Lebensmitteln, um nur ja auf „Nummero Sicher” zu gehen , genau wie es die Gesundheitspolitiker vorschlagen.

Das alles klingt so überzeugend, daß Zweifel an den von den Gesundheitsbehörden und vielen Medizinern vorgebrachten Argumenten bis jetzt nur selten aufkamen.

Die Jodwerbung wurde schließlich zu einer Art Selbstläufer: überzeugte Bürger informierten andere mit großem Eifer darüber, warum wir alle jodiertes Salz und Lebensmittel essen müßten. Und wenn jemand sich kritisch über die Jodierung äußerte, reagierten viele ungehalten, oft sogar verärgert bis aggressiv, so als hätten sie Angst, jemand könne ihnen ihr kostbares Jod wieder wegnehmen.

Ein empörter „Jod-Jünger” fauchte mich einmal an: „Sie wollen wohl, daß ich einen Kropf bekomme?” - Ich lachte. „Natürlich nicht”, antwortete ich, „aber wenn Sie beispielsweise ein Abführmittel brauchen, muß ich es dann auch nehmen, auch wenn ich es gar nicht brauche?”

Die Jodmangelthese hat es geschafft, die unumstößlichsten medizinischen Grundlagen außer Kraft zu setzen:
Sie verhindert die individuelle, dosierte, freiwillige Medikation.
Über das Beispiel „Jod-Jünger und Abführmittel” lacht man vielleicht zuerst, aber es ist ein Lachen, das einem dann doch im Halse stecken bleibt.

Bei der Behauptung, Deutschland sei ein „Jodmangelgebiet”, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Pauschaldiaganose.
Sie verhindert die in der Humanmedizin unumgängliche individuelle Untersuchung samt individueller Diagnose.
Die ohne Mengenangabe praktizierte Jodierung von Salz und Lebens- und Futtermitteln verhindert die sonst im Arzneimittelrecht für medikamentös wirkende Stoffe verlangte exakte Dosierung, und sie ist ohne die freiwillig gegebene Einwilligung des Patienten.
Die allen Bürgern vom grünen Tisch aus verordnete medizinische Prophylaxe mit Jod versäumt es, die für eine medizinische Maßnahme erforderliche persönliche Einwilligung einzuholen, obwohl das laut §224 StGB „Gefährliche Körperverletzung” ist.

Einer medizinischen Therapie oder Prophylaxemaßnahme, wie es die Jodsalzprophylaxe ja ist, muß IMMER eine individuelle Untersuchung vorausgehen. Einer individuellen Untersuchung folgt die individuelle Diagnose. Bei der Prophylaxemaßnahme „Jodsalzprophylaxe” gibt es keine individuellen Diagnosen von allen ca. 80 Millionen Bundesbürgern einschließlich der Touristen etc.

Und nach individueller Untersuchung und individueller Diagnose muß der Patient – laut Medizinrecht (Quelle u.a.: Pschyrembel, 259 Aufl.S. 874f. „Körperverletzuung) – vom Arzt wahrheitsgemäß über ALLE Risiken und Nebenwirkungen einschließlich Spätfolgen aufgeklärt werden.
Bei der Prophylaxemaßnahme „Jodsalzprophylaxe” gibt es keine wahrheitsgemäße Aufklärung über ALLE Risiken und Nebenwirkungen einschließlich der Spätfolgen, die durch die Jodierung der Lebens- und Futtermittel verursacht werden können.
Damit bleiben ca. 80 Millionen Bundesbürger einschließlich der Touristen etc. über die Risiken und Nebenwirkungen der Jodsalzprophylaxe völlig uninformiert.

Nach individueller Untersuchung und Diagnose muß schließlich die persönliche EINWILLIGUNG des Patienten erfolgen, andernfalls ein medizinischer Eingriff, auch eine Prophylaxemaßnahme, „Gefährliche Körperverletzung” laut § 224 StGB darstellt.
Es fehlen bei der Prophylaxemaßnahme „Jodsalzprophylaxe” aber ca. 80 Millionen individuelle Einwilligungserklärungen aller Bundesbürger, der Eltern für ihre Kinder, einschließlich der Touristen für diese Maßnahme.
Aus diesem Grunde muß die Jodsalzprophylaxe laut Medizin- und Strafrecht als „Gefährliche Körperverletzung” laut §224 StGB angesehen werden.

Und trotz intensivster Jodwerbung fällt eine Menge Wissenswertes über die Jodierung unter den Tisch.

Sie erfahren meist nicht, daß nämlich auch dem Viehfutter künstlich Jod zugesetzt wird, und das bereits 8 Jahre vor Beginn der Salz- und Lebensmitteljodierung.
Der Tiermediziner und Jodbefürworter Prof. Dr. Gerd Flachowsky in Braunschweig schreibt bereits 1998, daß landwirtschaftliche Nutztiere nur 0,1 bis 1 mg Jod pro Kg Futter für den Erhalt ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit brauchen und meint, daß die Tiere durch die hohe Jodierung des Futters (von 1985-2006 waren es 10-100mg Jod/kg Futter, ab 2006 sind es „nur” noch 5 mg Jod/kg Futter) „ein Vielfaches des Bedarfes” bekommen (zitiert aus „Einflußmöglichkeiten der Tierernährung auf Inhaltsstoffe und Qualität von Lebensmitteln tierischer Herkunft”, in: Verbraucherdienst 43, 1998, S. 388-392).

Sie erfahren meist nicht, daß nicht alles Jod, das in den Lebensmitteln enthalten ist, deklariert werden muß, nämlich dann nicht, wenn es über die – meist heimliche Viehjodierung – in die Lebensmittelkette kommt, oder wenn die Lebensmittel lose verkauft werden, wie Back- und Wurstwaren.
Damit hatten Sie zu keiner Zeit die Chance selber zu entscheiden, ob Sie täglich Jod zu sich nehmen.
Die Frage, wieviel Jod Sie in Wirklichkeit zu sich nehmen, kann nur für Milchprodukte beantwortet werden: bei dem seit 2006 erlaubten Jodhöchstgehalt von 5 mg Jod/kg Futter gelangen 1522 µg Jod in 1 Liter Milch bzw. Milchrpodukt.

Bei einem täglichen Verzehr von deutschen Milchprodukten können Sie davon ausgehen, daß Ihre tägliche Jodaufnahme über den von der WHO als bedenklich angesehenem Grenzwert von 200 µg Jod pro Tag liegen.

Die in den Lebensmitteln enthaltene Menge an Jod wird nirgendwo deklariert, kann folglich auch nicht kontrolliert werden, weshalb die offiziell ausgegebenen sogenannten „Jodbedarfstabellen”, die ganz bestimmte Jodmengen für die verschiedenen Lebensalter angeben, eigentlich überflüssig sind.

Wissenswert: Die mir bekannten bis heute geltenden offiziellen Tabellen mit den angeblichen Jodmengen in Lebensmitteln geben die Jodmengen in tierischen Produkten vor 1985 an, also vor der Tierfutterjodierung, sind also veraltet. Und das sind sie - soweit ich das beurteilen

kann - bis heute geblieben, denn sie sind meines Wissens in den letzten 26 Jahren noch nicht an die aktuellen Jodmengen in den Lebensmitteln infolge der inoffiziellen Viehfutterjodierung angepaßt worden, obwohl diese seit 1988 in der Wissenschaft (Köhrle et. al., s. Literaturliste) bekannt sind.

Auf Grund der nahezu lückenlosen Jodierung der Grundnahrungsmittel und vieler industriell hergestellter Lebensmittel kann niemand mehr frei entscheiden, ob er jodierte Produkte kaufen möchte oder nicht, auch dann nicht, wenn er aus gesundheitlichen Gründen kein zusätzliches Jod haben darf.

Im selben Jahr, als die offizielle Jodsalzkampagne 1993 in Deutschland gestartet wurde, veröffentlichte die WHO eine Weltkarte mit den jeweiligen Jodmangelländern. Deutschland ist nicht darunter, sondern wird sogar als „optimal jodversorgt” angegeben.


Die „Jodsalzprophylaxe” wirft viele Fragen auf:

Wo bleibt das demokratische Freiwilligkeitsprinzip, wenn man sich nicht mehr frei für oder gegen eine medizinische Maßnahme entscheiden kann?

Wer stellt eigentlich die „Jodsalzprophylaxe” außerhalb des Straf- und Medizinrechts, nach dem medizinische Therapien, auch Prophylaxemaßnahmen ohne persönliche Einwilligung „Gefährliche Körperverletzung” laut §224 StGB darstellen?

Wer kann eine Schadensinkaufnahme infolge der medizinischen Prophylaxemaßnahme mit Jod ohne die wahrheitsgemäße Aufklärung über ALLE Risiken und Nebenwirkungen einschließlich Spätfolgen und ohne die persönliche Einwilligung der Betroffenen verantworten?

Warum gilt das Arzneimittelgesetz mit seinen verpflichtenden Basisinformationen (z.B. Beipackzettel) wie Zusammensetzung aller enthaltenen Stoffe, Dosierung etc. nicht auch für die ebenfalls diesem Gesetz unterliegende medikamentöse Prophylaxe mit Jod?

Warum nehmen sich die Medien dieser Fragen nur selten an?


Das Labyrinth Jodbedarf und Jodmengen: individuell - pauschal - tatsächlich enthalten

Es herrscht Chaos bei den Zahlen über die verschiedenen Jodbedarfsmengen und den vermeintlich in den Lebensmitteln enthaltenen geringen Jodmengen.

Zunächst muß zwischen dem individuellem Jodbedarf und dem pauschal angegebenem Jodbedarf unterschieden werden.

Die Faustregel für den individuellen Jodbedarf wird in der internationalen Schulmedizin nach dem Körpergewicht bemessen: man rechnet 1-2 Mikrogramm Jod pro Kilogramm Körpergewicht. Am Beispiel einer Person mit 60 Kg Körpergewicht entspräche der individuelle tägliche Jodbedarf also mindestens 60 und höchstens 120 Mikrogramm Jod pro Tag.
Dieser individuelle Jodbedarf wird von der Jodsalzprophylaxe vollständig ignoriert.

Die WHO setzt für den individuellen Jodbedarf - für Erwachsene, nicht für Kinder, die darunter liegen! - als oberen Grenzwert 200 Mikrogramm Jod pro Tag an. Andernfalls besteht die Gefahr einer jodinduzierten Überfunktion der Schilddrüse.

Der pauschale Jodbedarf wird z.B. von der DGE (Deutsche Gesellschaft f. Ernähung) für alle Altersgruppen, auch für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder, Schwangere und Ältere, sehr viel höher angesetzt als der entsprechende individuelle Jodbedarf tatsächlich ist:
Säuglinge bis 11 Monate – 50-80 Mikrogramm Jod pro Tag
Kinder vom 1.-9. Lebensjahr – 100-140 Mikrogramm Jod pro Tag
Kinder ab 10 J., Jugendlich und Erwachsene – 180 – 200 Mikrogramm Jod pro Tag
Schwangere - 230 Mikrogramm Jod pro Tag
Stillende – 260 Mikrogramm Jod pro Tag

Damit liegt der pauschlasierte Jodbedarf praktisch immer weit über dem oberen Grenzwert des jeweiligen individuellen Jodbedarfes.

Bei diesen pauschalen Jodbedarfswerten werden ältere Menschen ab 40 Jahren (!) vollständig übersehen, die ebenfalls einen geringeren Jodbedarf haben als jüngere Erwachsene.

Schließlich: Die tatsächlich für bestimmte – nicht alle! - Lebensmittel bekannten Jodmengen sind dann noch einmal eine ganz andere Kategorie: sie übersteigen selbst die überhöhten Jodpauschalmengen um ein Vielfaches.

Es ist ein totales Verwirrspiel:
vom Verbraucher sind die tatsächlichen Jodmengen in den Lebensmitteln zu keiner Zeit zu bestimmen gewesen:
1. infolge der veralteten, zu niedrigen Jodmengenangaben in den meisten offiziellen Jodmengentabellen, die seit 1985 zum großen Tei nicht den neuen Jodmengen in tierischen Produkten angepaßt wurden;
2. wegen der unbekannten Jodmengen in den Lebensmitteln, die sich natürlich addieren, und
3. wegen der fast vollständigen Verheimlichung der hohen Jodeinträge über das Viehfutter.

Unter Wissenschaftlern hingegen sind die schon seit 1988 infolge der Jodierung der Futtermittel stark erhöhten Jodmengen in tierischen Produkten bekannt.

Nur über die Jodmengen in der Milch und damit weiteren Milchprodukten existieren seit 2006 wissenschaftliche Laboranalysen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Tierernährung in Braunschweig.

Diese Jodanalysen haben 2008 ergeben: Bei einem Eintrag von 5 mg Jod pro Kg Futtermittel gehen 1522 Mikrogramm Jod in 1 Liter Milch ein.

Damit sind endlich sichere Anhaltspunkte wenigstens für die Bestimmung der aktuellen Jodmengen in Milch und Milchprodukten, also für einen Teil der tierischen Produkte, gegeben.

Der Zusatz von 10 mg Jod pro kg Futter war von 2002 bis 2006 die von der EU erlaubte Menge von Jodzusätzen im Tierfutter.
ABER: Die auf den Futtersäcken deklarierte Jodmenge lag in den neunziger Jahren und auch noch in jüngerer Zeit (es gab noch 2004 biozertifizierte Futtermittel mit einem Jodzusatz von 125 mg Jod/ kg Futter!) z.T. bei bis zu 100 mg Jod pro Kg Futtermittel.

Dieser hohe Jodeintrag in tierischen Produkten veranlaßte die EU, zur Vermeidung jodinduzierter Gesundheitsschäden die erlaubte Jodmenge im Tierfutter zu halbieren: ab 2006 sind von der EU nur noch 5 mg Jod/kg Futter erlaubt.

Wieviel Jod dadurch seit 2006 aber immer noch in Milch und Milchprodukten ankommt, möchte Ich Ihnen jetzt am Beispiel von 1 Liter Milch und einem Becher Joghurt veranschaulichen.

Entsprechend der Braunschweiger Laboranalyse von 2008 enthält 1 Liter deutsche Milch infolge des halbierten erlaubten Jodzusatzes von 5 mg Jod pro Kg Futter noch 1522 Mikrogramm Jod.

Zum Vergleich zeige ich Ihnen, wie viel Jod das ist, wenn man diese Jodmenge von 1522 Mikrogramm pro 1 Liter Milch in Form von Jodtabletten à 100 Mikrogramm Jod pro Tablette darstellt: 1522:100 entsprechen 15 1/4 Jodtabletten –, wie Sie sehen, ist das eine ganze Handvoll Jodtabletten.

Säuglinge sollen bis zum 11. Monat pauschal zwischen 50 und 80 Mikrogramm Jod pro Tag bekommen!
Aber auch der niedrigere Betrag von 50 Mikrogramm Jod übersteigt den individuellen Bedarf von Säuglingen, der sich ja nach dem Körpergewicht errechnet und für Säuglinge deshalb zwischen 8 und 20 Mikrogramm Jod pro Tag liegen dürfte!
Nehmen wir jetzt trotzdem den niedrigeren Pauschalwert von 50 Mikrogramm Jod pro Tag für Säuglinge an, so bedeutet das, daß die Jodmenge in 1 Liter Milch einer Jodmenge für Säuglinge für 28 Tage entspricht. Es ist also die Monatsdosis für den Monat Februar.
Legt man jedoch, wie es physiologisch einzig richtig ist, dieser Rechnung den individuellen Jodbedarf von Säuglingen zugrunde, z.B. den Mittelwert von 15 Mikrogramm, bedeutet 1 Liter deutsche Milch eine Jodration für 92 Tage.

Auch fertige Babynahrung hat künstliche Jodzusätze, ca. 62 Mikrogramm/100 g

Milchfertigbrei und Frischmilchbrei. (Quelle. Bga-Schriften, 1994, S. 21)

Schauen wir uns den Jodgehalt von 1 Becher Joghurt à 125 mg an: er beträgt 190 Mikrogramm Jod, was 1 4/5 Jodtabletten entspricht.
Allein 1 Becher Joghurt enthält also – wieder an dem niedrigeren Pauschalwert für Säuglinge berechnet – die Joddosis für Säuglinge für 3 2/3 Tage.

Aber bekommen Babys ab dem 4. Monat zu ihrem Fläschchen nicht täglich Zukost, z.B. Joghurt, und damit allein schon über den täglichen Joghurt mindestens die dreifache der pauschal empfohlenen Tagesmenge an Jod?

Berechnen wir aber nun wieder den individuellen täglichen Jodbedarf von Säuglingen ab dem 4. Monat mit dem oben bereits angewandten Mittelwert von 15 Mikrogramm Jod Pro Tag, bedeutet 1 Becher Joghurt für Säuglinge sogar eine Joddosis für 12 1/2Tage!

In der Schweiz wird seit 1922 jodiert.
Ich verweise hier auf meine ausführlichere Darstellung der Schweizer Jodierung in der aktualiserten 4. Auflage des „Basisartikel JOD” (im Vorwort: 1) Warum die Jodierung in der Schweiz als erfolgreich und gesundheitlich unbedenklich gilt. 2) Schweizer Mediziner: auch Pioniere in der Erkenntnis der Jodschäden)

Eine Schweizerin, die ebenfalls seit Jahrzehnten jodgeschädigt und dadurch arbeitsunfähig! ist, sagte mir kürzlich am Telefon: „So etwas” – gemeint ist die Jodierung von Lebens- und Futtermitteln – „Durchgeknalltes verstehe ich überhaupt nicht.”

In Babynahrung aus der Schweiz, wo ebenfalls Viehfutter und Lebensmittel jodiert werden, wurde 2005 von chinesischen Behörden ein zu hoher Jodgehalt (198 Mikrogramm Jod/100 g Babynahrung) gemessen. Zitat aus der Presse: „Die chinesische Öffentlichkeit reagiert sensibel auf das Thema, weil letztes Jahr wegen eines Babymilchprodukts eines anderen Produzenten ein Dutzend Kinder starben. … Zuviel Jod in der Nahrung kann zu einer geschwollenen Schilddrüse führen, die bei Kleinkindern im Extremfall auf die Luftröhre drückt.” Zitat Ende (aus: Sonntagszeitung vom 16.06.05)

Die Auswirkungen der „flächendeckenden Jodsalzprophylaxe”.
Ihre Auswirkungen manifestieren sich inzwischen in explodierenden Erkrankungszahlen, wobei die Zahl der auf 33% angestiegenen Schilddrüsenkranken - davon mindestens 10 Millionen Hashimoto-Erkrankte (laut WDR-Sendung vom Febr.2009) - nur einen Teil der jodinduzierten Erkrankungen ausmachen.

Nimmt nämlich der Körper mehr Jod auf, als sein individueller Bedarf an diesem Spurenelement ist, kommt es zu vielfältigsten Symptomen überall im Körper, und nicht nur in der Schilddrüse: dabei kann es z.B. zu Herzrasen bis Herzrythmusstörungen und plötzlichem Herztod kommen, zu Hautveränderungen wie Akne und Furunkel, herpesähnlichen Bläschen und Urtikaria, Übernervosität mit zitternden Händen und Zappelbeinen, zu erhöhter Infektanfälligkeit, Heiserkeit und Dauerschnupfen, zu Bluthochdruck, Durchfällen mit Bauchschmerzen und Koliken, unerklärlichen Angstzuständen, Aggressionen und Depressionen bis zum Selbstmord, zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Erschöpfung bis zur Arbeitsunfähigkeit, Burn-Out-Syndrom und dem Gefühl, dem normalen Alltag nicht mehr gewachsen zu sein. Es kommt zu Sehstörungen und Bindehautentzündungen, Haarausfall, Hitzewallungen und Schwitzen, zu unerklärlichen Kreislaufzusammenbrüchen und Ohnmachten, zu Schlaflosigkeit, „sexuellem” Desinteresse und Impotenz.

Ich werde oft gefragt, warum ich als Musikerin Bücher über die Jodproblematik schreibe.

Zum einen schreibe ich die Jodsachbücher aus der Notwendigkeit heraus, anderen Jodgeschädigten, für die ich zusammen mit meinem Mann die Deutsche SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow- und Hyperthyreosen gegründet habe,das Einkaufen im „durchjodierten” Deutschland zu erleichtern und sie über Lebensmittel ohne künstliche Jodzusätze zu informieren.
Zum anderen schreibe ich sie aus der Notwendigkeit heraus, über diese sehr unterschiedlichen und z.T. aus medizinischen Handbüchern getilgten jodinduzierten Krankheitssymptome zu informieren, die für Betroffene oft eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt bedeuten, oft ohne daß ihnen - in Unkenntnis der Ursache Jod - geholfen werden kann.

Die meisten der oben genannten Symptome und Krankheiten werden zwar in der medizinischen Literatur auch im Zusammenhang mit hohen Jodgaben ausführlich behandelt, aber nur selten werden sie im medizinischen Diagnosealltag auch als jodinduziert erkannt und entsprechend als jodinduziert diagnostiziert.
Und noch seltener erkennt man sie als Folge der Überjodierung über unsere tägliche Nahrung.
Was allgemein wohl unbekannt ist: ab Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden – nach Auskunft des De Gruyter-Verlages auf Empfehlung von Experten – viele der bislang im Pschyrembel, dem medizinischen Standardlexikon, beschrieben gewesenen Jodsymptome aus Aktualisierungsgründen (!) entfernt!
Das ist eine bedenkliche Maßnahme, wenn man bedenkt, daß im Zuge der Zwangsjodierung und in ihrer Folge der steigenden Zahlen von jodinduzierten Gesundheitsschäden die Notwendigkeit für Mediziner selbstverständlich immer größer wird, durch Jod ausgelöste Symptome in ihrem medizinischen Nachschlagwerken auch wirklich nachschlagen zu können, um Jodschäden zu erkennen und Jodgeschädigte sachgerecht therapieren zu können.

Dies wurde mir bei meinen Recherchen über die Hintergründe der Jodierungsmaßnahme bereits 1995 klar, und ich begann, über die einzelnen jodinduzierten Erkrankungen in der medizinischen Fachliteratur zu recherchieren.

Als Ergebnis meiner Nachforschungen gibt es inzwischen von mir mehrere Sachbücher über die Jodproblematik, die inzwischen auch von Medizinern als Ergänzung zu anderen medizinischen Nachschlagewerken, in denen aus den genannten Gründen viele Jodsymtome fehlen, herangezogen werden.

Die Zusammenhänge zwischen dem Beginn der unausweichlichen zusätzlichen Jodaufnahme über die Ernährung und diversen Krankheiten mit Erscheinungsbildern, die alle zu den bekannten Jodsymptomen gehören, sind offensichtlich.

So tauchen plötzlich nach Beginn der Jodierung Krankheiten auf, die vorher praktisch gar nicht – wie Morbus Hashimoto – und nur sehr selten – wie Morbus Basedow, ADHS oder Alzheimer oder Jod- und Lichtallergie – vorgekommen sind.

Andere Krankheiten wie Schilddrüsenüber- und Unterfunktion, Heiße und Kalte Knoten, Schilddrüsenkrebs und Diabetes, Depressionen, Osteoporose und Krebs an allen Organen fangen plötzlich an zu boomen.

Einige Schilddrüsenexperten wundern sich, daß „Deutschland unter den Industrienationen der Spitzenreiter” ist, „was Schilddrüsenerkrankungen angeht,…eine Erklärung haben wir dafür bislang nicht.” (Zitiert nach Dr. Eveline Kormann in „Für Sie” vom 11. 02 2008, Zitat weiter: „Wir vermuten, dass etwa ein Drittel der Deutschen an einer nicht erkannten Schilddrüsenerkrankung leidet.” Zitat Ende. Aus dem Artikel „Die unterschätzte Gefahr: Die Schilddrüse reguliert unseren Stoffwechsel – eine Störung ihres Gleichgewichtes kann zu schweren Erkrankungen führen”, ebd., 11.02.2008.)

Wenn man einen hormonell wirkenden Stoff wie Jod, der gezielt auf die Schilddrüse wirkt – und ja als Prophylaxe auch wirken soll! – in die Lebensmittel gibt, muß man sich aber nicht über den Anstieg von Schilddrüsenerkrankungen und andere jodinduzierte Erkrankungen wundern.

Und daß das in anderen europäischen Ländern nicht so ist, ist ebenfalls nicht verwunderlich, denn dort wird entweder nicht oder bei weitem nicht so exzessiv wie bei uns jodiert.

In Frankreich ist die Jodierung der Lebensmittel übrigens seit 2008 wegen der Gesundheitsgefährdung verboten.

Schließlich werde ich natürlich auch oft gefragt, warum ich mich überhaupt so intensiv mit diesem offensichtlich brisanten Thema beschäftige.
Ganz einfach: Ich will gesund sein und mir nicht gegen meinen Willen eine Medikation über meine tägliche Ernährung aufzwingen lassen, die ich nicht brauche, und die mich schwer krank gemacht hat!
Und ich glaube unerschütterlich daran, daß die Wahrheit sich immer durchsetzt, egal, wie stark sie unterdrückt wird.
Immer!

(Gekürzte Vortragsfassung)

Literatur:
Bruker/Gutjahr: Störungen der Schilddrüse. Der Jod-Krimi. Emu-Verlag 1Lahnstein 1996
Dagmar Braunschweig-Pauli: Basisartikel JOD (Juni 2008/ April 2012)
Dagmar Braunschweig-Pauli: Jod-Krank. Der Jahrhundertirrtum, Verlag Braunschweig-Pauli, 2 Trier 2007. Alle aktuellen Literaturangaben in der darin befindlichen Literaturliste.
Dieselbe: Die Jod-Lüge. Das Märchen vom gesunden Jod, Herbig-Verlag, 2003/06/08/10
Dieselbe: Kochen&Einkaufen ohne Jodzusätze. Ein Rezept- & Einkaufsbuch für Jodempfindliche und Gesundheitsbewußte, Verlag Braunschweig-Pauli, Trier, 2009/2012.
Dieselbe: die Jodartikel-Sammlung. Artikel über spezielle jodinduzierte Erkrankungen, Verlag Braunschweig-Pauli, Trier 2011.
Köhrle, J. (Hrsg.): Mineralstoffe und Spurenelemente. Molekularbiologie -Interaktion mit dem Hormonsystem – Analytik. 12. Jahrgang der Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente, Würzburg 1996, In: Schriftenreihe der Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente e.V., Stuttgart 1998.
Rieger, Dr. med Berndt: Die Schilddrüse. Balance zwischen Körper und Seele. Herbig-Verlag München 2007.
Wuchter, Dr. med Tom: Dissertation: „Einfluß der renalen Elimination auf die Serumspiegel des nicht hormongebundenen Jods bei Patienten mit Morbus Hashimoto”, vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Charitè – Universtitätsmedizin Berlin, 23.03.2007.