Jod-Diskussion

JOD-DISKUSSION_


JOD-DISKUSSION_DGE

Rezeption der Terra Xpress-Sendung "In unserem Essen versteckt", eine kritische Berichterstattung des ZDF über die Viehfutterjodierung - auch im Biobereich - in Deutschland.

Die Terra Xpress-Sendung "In unserem Essen versteckt" vom 30.04.2014 hat eine lebhafte Diskussion zwischen Jodbefürwortern und Jodgeschädigten ausgelöst.

Auf dieser Website der Deutschen SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow- und Hyperthyreosekranken werden die Richtigstellungen von Dagmar Braunschweig-Pauli M.A. veröffentlicht, die die Sprecherin dieser Selbsthilfegruppe auf die Stellungnahme der DGE von Prof. Schatz vom 02.04.2014 zu dieser jodkritischen Sendung am 11.04.2014 geschrieben hat, und in ihrer Folge - auf die darauf an sie erfolgte Antwort von Prof. Schatz vom 12.04.2014 - noch schreiben wird.

Die Richtigstellung auf die Antwort von Prof. Schatz an Dagmar Braunschweig-Pauli M.A. vom 12.04.2014 erfolgt an dieser Stelle in Kürze.

Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Trier, den 15.04.2014.

RICHTIGSTELLUNG_STELLUNGNAHME_DGE_11.04.2014

Dagmar Braunschweig-Pauli M.A. Trier, den 11.04.2014
Sprecherin der ‚Deutschen SHG der Jodallergiker,
Morbus Basedow- und Hyperthyreosekranken, Trier
mail@jod-kritik.de
www.jod-kritik.de

Richtigstellung zu „Fehlinformationen zur Jodversorgung gefährden Gesundheit“, 02.04.2014, einer Kritik der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) an der TerraXpress-Sendung des ZDF „In unserem Essen versteckt“ vom 30. 03.2014, 18Uhr30.

Unter dem Link http://www.endokrinologie.net/stellungnahmen_140402.php ist die Kritik „Fehlinformationen zur Jodversorgung gefährden Gesundheit“ der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie unter der Federführung ihres Mediensprechers Prof. Dr. med. Dr. h.c. Helmut Schatz über die Terra Xpress-Sendung „In unserem Essen versteckt“ vom 30. 03.2014 am 02.04.2014 im Internet veröffentlich worden. Zitat: „Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) kritisiert auf das Schärfste die tendenziöse und falsche Berichterstattung, die dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt nicht entspricht.“ Zitat Ende.
In einer fast 2-seitigen Abhandlung mit sowohl veralteten als auch unqualifizierten und sogar falschen Behauptungen werden im Namen der DGE – nicht zu verwechseln mit der anderen bekannten DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die ebenfalls für die Zwangsjodierung in Deutschland eintritt – die dieser ZDF-Sendung zugrunde liegenden Fakten über die Viehfutterjodierung und ihre gesundheitlichen Folgen generell abgestritten.

Diese Behauptungen sind praktisch gegenstandslos – im Folgenden kommentiere ich die gravierendsten Unstimmigkeiten - aber sie werden von den Jodgeschädigten, die z.T. seit Jahrzehnten durch die Zwangsjodierung in ihrer Gesundheit schwer geschädigt und in ihrer Lebensqualität aufs Empfindlichste beeinträchtigt werden, als sehr arrogant, ja inhuman wahrgenommen.
Die Betroffenen reagieren berechtigter Weise empört, weil sie diese kritische Berichterstattung des ZDF über die Tierfutterjodierung - mit Ausnahme der fragwürdigen Äußerungen von Prof. Gärtner - als den lange ersehnten, wichtigen Schritt hin zur Beendigung der „durchjodierten“ Ernährungssituation in Deutschland begrüßen.

Der folgende ausführliche Kommentar zu diesem, wie mir scheint, Konglomerat der Unstimmigkeiten ist im Interesse einer wahrheitsgemäßen Aufklärung über die Jodierung der Lebens- und Futtermittel in Deutschland, auch im Biobereich, unbedingt erforderlich, um auf die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit einer ganzen Bevölkerung und all jener Menschen, die aus anderen Ländern kommen und sich ebenfalls mit den zwangsjodierten deutschen Lebensmitteln ernähren müssen, aufmerksam zu machen.

Richtigstellung der DGE-Äußerungen vom 02.04.2014:

Stellungnahme, S. 1, Zeile 8/9, Zitat: „Jodmangel bewirkt eine vermehrte Bildung von Kröpfen, auch Struma genannt, und von Schilddrüsenknoten.“ Zitat Ende. –
Richtigstellung: Prof. Dr. med. Pfannenstiel, Zitat: „Mythos ist, daß jede Schilddrüsenvergrößerung Folge eines Jodmangels in der Nahrung ist.“ Zitiert aus: „Einführung zum 14. Wiesbadener Schilddrüsen-Gespräch“ in: Neue und vergessene Aspekte der Therapie von Jodmangelstrumen. Verhandlungsbericht des 14. Wiesbadener Schilddrüsengespräches, Februar 1996, Hrsg: P. Pfannenstiel, L.-A. Hotze, pmi Verlagsgruppe GmbH, Frankfurt/Main.

Stellungnahme, S. 1, Zeile 14/15, Zitat: „Umrahmt wurde der Beitrag durch eine Vermutung: Hinter alldem steckten die Arbeitsgemeinschaft Jodmangel, die Pharmaindustrie und die salzproduzierende Industrie.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: Der Beitrag wird keineswegs von einer „Vermutung“ umrahmt, sondern fußt auf den Fakten, die die Verantwortlichen des AKJ (Arbeitskreis Jodmangel) auf ihrer Website www.jodmangel.de - auf die in der ZDF-Sendung wiederholt und ausführlich verwiesen wurde - veröffentlichen. Nach eigener Auskunft zeichnet der Arbeitskreis Jodmangel für die - alle Gesundheits- und Ernährungsbereiche durchdringenden - Maßnahmen, auch auf gesetzlicher Ebene, zur Durchsetzung der Zwangsjodierung in Deutschland verantwortlich und wird, ebenfalls nach eigenen Angaben, von den Pharmafirmen SteriPharm, Sanofi Aventis, die Jodtabletten herstellen und den Salzfirmen Südsalz, Esco, und AkzoNobel finanziell unterstützt. Was der AKJ ist und welche Ziele er verfolgt ist unter dem Link: http://jodmangel.de/der-arbeitskreis-jodmangel/ nachzulesen.

Stellungnahme, S. 1, Zeile 16/17, Zitat: „Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) kritisiert auf das Schärfste die tendenziöse und falsche Berichterstattung, die dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt nicht entspricht.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: die Berichterstattung des ZDF konzentrierte sich auf die bis dato vereinzelt (1998/2007/2012) in öffentlichen Medien zur Kenntnis genommene - von den Verantwortlichen in der öffentlichen Jodwerbung verschwiegene - Jodierung von tierischen Produkten in Deutschland über die Jodierung von Futtermitteln, auch im Biobereich, und jodhaltigen Euterdesinfektionsmitteln und basierte in allen Details auf nachprüfbaren Fakten.
Es entspricht folglich nicht den Tatsachen, wenn diese Berichterstattung als „falsch“ bezeichnet wird.
Jod muß als Zusatz in verpackten Lebensmitteln auf der Verpackung deklariert werden, s. „1. Verordnung zur Änderung der Vorschriften über jodiertes Speisesalz vom 19.6.1989“ und „Zweite Verordnung zur Änderung der Vorschriften über jodiertes Speisesalz vom 22.12.1993“, veröffentlicht in: Verwendung von Jodsalz bei der Herstellung von Lebensmitteln, Hrsg.: Arbeitskreis Jodmangel, November 1999, S, 8.
Milch, Butter, Joghurt, Quark, Sahne, kommen verpackt auf den Markt, wobei also die Vorschrift s. oben greifen muß, daß das dem

tierischen Produkt über jodiertes Futter zugesetzte künstliche Jod deklariert werden muß. Dies geschieht jedoch in Deutschland bisher nicht.
Deswegen erfüllen öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten gerade ihre ihnen überantwortete Informationspflicht, wenn sie der Bevölkerung Informationen zur Verfügung stellen, die den Bürgern von Verantwortlichen wissentlich vorenthalten werden, wie es seit 1985/86 mit der Jodierung des Viehfutters geschieht.
Laut Landespressegesetz von Rheinland-Pfalz erfüllt eine Berichterstattung „eine öffentliche Aufgabe, wenn sie in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt“ (a.a.O., §3, Zitiert aus: Dagmar Braunschweig-Pauli M. A.: „Basisartikel JOD. Basisinformationen zur „Generellen Jodsalzprophylaxe“, Verlag Braunschweig-Pauli Trier, 4. aktual. und erweiterte Auflage 2012, S. 8-9).
Die Berichterstattung des ZDF zur Viehfutterjodierung und ihre Folgen entspricht sowohl der Wahrheit als auch dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt, s. Landespressegesetz von Rheinland-Pfalz.

Stellungnahme, S. 1, Zeile 18/19: Hier werden pauschal und ohne Angaben der Herausgeber, ohne Erscheinungsort und- datum, Zitat: „Publizierte Daten großer deutscher Bevölkerungsstudien und Langzeituntersuchungen des Robert Koch-Institutes“ erwähnt, deren Ergebnis eine „gerade ausreichende Jodversorgung in der Bevölkerung“ sei. „Keinesfalls kann hier von einer Gefährdung durch zu hohe Jodzufuhr in Deutschland ausgegangen werden.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: In „Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes“, Hrsg: Dr. rer. nat. Hans-Ulrich Melchert, Dr. rer. nat. Bernd Görsch, Dr. rer. nat. Wulf Thierfelder, Robert Koch-Institut Berlin 2002, wird im Gegensatz zu der von der DGE angeführten Behauptung vor den „möglichen Risiken einer weitgehend unkontrollierten Massenjodierung“ von Lebens- und Futtermitteln“ gewarnt. „Daten auch aus den Bereichen der Morbidität“ (lat. Krankheitsstand, Anm. der Autorin) „und Mortalität“ (lat. Sterblichkeitsziffer, Anm. der Autorin) sollten „ zu gesundheitspolitischen Entscheidungen führen, bei denen das Wohl der iodexponierten Bürger Vorrang hat.“ (a.a.O., Klappentext).
In der Schlussbemerkung dieser Gesundheitsberichterstattung fassen die Autoren zusammen, Zitat: „Angesichts der Tatsache, dass in den letzten Jahren eine nahezu vollständige Iodierung von industriell angebotenen Lebensmitteln, Süßigkeiten und Fertiggerichten – auch von solchen, die als Dosenkonserven angeboten werden – erfolgt und auch Tiefkühlgerichte mit iodiertem Speisesalz in den Handel gebracht werden, ist es dringlich, den Iodstatus in der Bevölkerung nach diesen Maßnahmen zu überprüfen. Dies ist insbesondere deshalb notwendig, weil die Hersteller iodierter Lebensmittel zur Zeit keine zuverlässigen analytischen Daten über den tatsächlichen Gehalt der von ihnen angebotenen Einzelprodukte erheben und für epidemiologische Forschungen zur Verfügung stellen können.“ Und „Sowohl unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitssicherung der Gesamtbevölkerung und zur Verhinderung einer möglichen Über-Iodierung als auch unter Berücksichtigung der Vermeidung von unnötigen Kosten im Gesundheitswesen sind Forschungsarbeiten zu diesen Fragen essentiell.“ (a.a.O., S. 21)

Stellungnahme, S. 1, Zeile31, Zitat: „Jodmangel ist die wichtigste Ursache für die Entstehung des Kropfes und von Schilddrüsenknoten.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: Prof. Dr. med. Pfannenstiel, Zitat: „Mythos ist, daß jede Schilddrüsenvergrößerung Folge eines Jodmangels in der Nahrung ist.“ Zitiert aus: „Einführung zum 14. Wiesbadener Schilddrüsen-Gespräch“ in: Neue und vergessene Aspekte der Therapie von Jodmangelstrumen. Verhandlungsbericht des 14. Wiesbadener Schilddrüsengespräches, Februar 1996, Hrsg: P. Pfannenstiel, L.-A. Hotze, pmi Verlagsgruppe GmbH, Frankfurt/Main, S. 9.
Prof. Dr. med. R. Hampel, Zitat: „Abgesehen von den geschilderten Pathomechanismen der Strumaentstehung im Jodmangel spielen weitere und noch nicht bekannte Faktoren eine Rolle.“ (zitiert aus dem Vortrag „ Pathogenese, Differentialdiagnose und Epidemiologie der Jodmangelstruma im Wandel der Zeit – eine Flurbereinigung“ in: Neue und vergessene Aspekte der Therapie von Jodmangelstrumen. Verhandlungsbericht des 14. Wiesbadener Schilddrüsengespräches, Februar 1996, Hrsg: P. Pfannenstiel, L.-A. Hotze, pmi Verlagsgruppe GmbH, Frankfurt/Main, S. 14.)

Stellungnahme, S. 1, Zeile 32/33, Zitat: „Alle epidemiologischen Studien haben gezeigt, dass mit der Beseitigung des Jodmangels die Häufigkeit von Strumen und Knoten in der Bevölkerung gesenkt werden kann.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: Auf die Frage des Kongressteilnehmers A. M. Steffe, Reutlingen, ob „sich die Befindlichkeit der Bevölkerung in der ehemaligen DDR aufgrund der im Vergleich zu Westdeutschland optimierten Jodversorgung gebessert“ habe, und „Kann man im Rahmen der Argumentation für eine Strumaprophylaxe mit Jodidtabletten sagen, daß es den Betroffenen dann besser geht?“, antwortete R. Hampel, Rostock, Zitat: „Eine Verbesserung der Befindlichkeit tritt sicher nicht ein. … Bei lange bestehenden Kröpfen … besteht im Prinzip keine Chance mehr für eine Prophylaxe mit Jod.“ Zitat Ende. (zitiert aus „Diskussion zum Beitrag Hampel“, a.a.O., S. 26.)

Stellungnahme, S. 1, Zeile39/40, Zitat: „Es gibt keine Schilddrüsenerkrankung und auch keine andere Erkrankung, bei der eine jodarme Ernährung erforderlich oder hilfreich ist.“ Zitat Ende. Und
Stellungnahme, S. 2, Zeile 1/ 2, Zitat: „Selbst bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kann jodiertes Speisesalz zu keiner Verschlechterung führen.“ Zitat Ende.

Richtigstellung: In der Medizin gibt es den Begriff „jodinduziert“, was „durch Jod ausgelöst“ bedeutet. Unter anderem können Hyperthyreosen jodinduziert sein; sie werden in der Medizin „jodinduzierte Hyperthyreosen“ genannt (s.u.a. Pschyrembel. Medizinisches Wörterbuch).
Auf die Frage „Welche Nachteile hat Jodid gegenüber der Hormontherapie?“ antwortet Prof. Dr. med. Bauch: „Bei Vorliegen funktioneller Autonomien kann es bei Dosen über 200 Mg Jodid/die zur jodinduzierten Hyperthyreose kommen.“ (Zitiert aus Vortrag „Medikamentöse Therapie der Jodmangelstruma – Geschichte der Strumatherapie und aktuelle Renaissance bewährter Therapieprinzipien – was, wann, warum und wie man Rezidive vermeidet.“ In: „Einführung zum 14. Wiesbadener Schilddrüsen-Gespräch“ in: Neue und vergessene Aspekte der Therapie von Jodmangelstrumen. Verhandlungsbericht des 14. Wiesbadener Schilddrüsengespräches, Februar 1996, Hrsg: P. Pfannenstiel, L.-A. Hotze, pmi Verlagsgruppe GmbH, Frankfurt/Main, S.35/36)
Zitat aus anderer Quelle: „In Ländern mit hoher Jodidzufuhr ist die Prävalenz von Immunthyreopathien (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) höher als im endemischen Jodmangelgebiet. Die

medikamentöse Therapie des Morbus Basedow erfordert bei erhöhter Jodversorgung höhere Thyreostaticadosen als bei jodarmer Ernährung. … Zwei Erkrankungen, mit denen der Dermatologe und Allergologe konfrontiert wird, können durch Jod ausgelöst werden: Dermatitis herpetiformis Duhing und Jodallergie.“ Zitat Ende. (Zitiert aus: „Zusammenfassung“, in: R. Großklaus, A. Somogyi (Hrsg.): Notwendigkeit der Jodsalzprophylaxe, bga-Schriften 3/94, S. 6)

In der Diskussion zu dem Vortrag von Prof. Dr. med. K.-H. Bauch, Chemnitz fragt G. Seifert, Bitburg: „Gibt es eine durch Jod induzierte Autoimmunthyreoiditis?“ Prof. Bauch antwortet, Zitat: „Bei höhergradiger Jodexposition … kann eine präexistent bestehende, zunächst nicht relevante Autoimmunthyreopathie zu einer manifesten Thyreoiditis vom Typ Hashimoto führen.“ Zitat Ende. (Zitiert aus Diskussion zu „Medikamentöse Therapie der Jodmangelstruma – Geschichte der Strumatherapie und aktuelle Renaissance bewährter Therapieprinzipien – was, wann, warum und wie man Rezidive vermeidet.“ In: „Einführung zum 14. Wiesbadener Schilddrüsen-Gespräch“ in: Neue und vergessene Aspekte der Therapie von Jodmangelstrumen. Verhandlungsbericht des 14. Wiesbadener Schilddrüsengespräches, Februar 1996, Hrsg: P. Pfannenstiel, L.-A. Hotze, pmi Verlagsgruppe GmbH, Frankfurt/Main, S. 44)

Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow - aber auch bei einer Hyperthyreose – kommt es „meist nach höhergradiger Jodexposition“ zur sogenannten „Thyreotoxischen Krise“. „Diese thyreotoxische Krise ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand“. (Fettdruck im Original, Anm. der Autorin) „Die extrem hohe Mortalität von 10 bis 50% läßt sich nur senken, wenn prophylaktische Maßnahmen wahrgenommen werden, … Wirksamste Prophylaxe (Fettdruck im Original, Anm. d. Aut.) ist die Vermeidung der Jodkontamination.“ (zitiert aus: Prof. Dr. med. Peter Pfannenstiel/Prof. Dr. med. Lothar-Andreas Hotze: „Thyreotoxische Krise“, in: Sonderdruck aus top medizin 10/96:42-43)

Stellungnahme, S. 2, Zeile 9/10, Zitat: „Es ist bislang nicht durch epidemiologische Studien belegt, dass die Fälle von Autoimmunthyreoiditis in Deutschland zunehmen.“ Zitat Ende.
Richtigstellung: In der Dissertation „Einfluss der renalen Elimination auf die Serumspiegel des nicht hormongebundenen Jods bei Patienten mit Morbus Hashimoto“ von Tom Wuchter, Medizinische Fakultät der Charité-Universitätsmedizin Berlin, 2007, 1. Gutachter Prof. Dr. med. Jürgen Hengstmann, werden – s. Literaturverzeichnis S. 59-66 – internationale epidemiologische Studien herangezogen. Zitat: „Bei leichter bzw. starker Jodüberversorgung ist eine steigende Prävalenz von Autoimmunthyreoiditiden zu beobachten (Lauberg et.al. 2001).“ (a.a.O., S. 3)
Zitat: „Bleibt die hohe Jodexposition über einen längeren Zeitraum bestehen, kann diese eine Hypothyreose mit Entwicklung einer Struma zur Folge haben. Zweitens führt bei genetisch prädisponierten Individuen eine höhere Jodexposition zu einer gesteigerten Autoimmunität. … (Markou et al. 2001)“ (a.a.O., S. 3)
Zitat: „Zusätzlich wurden in Versuchen mit Tieren, die zu Autoimmunthyreoiditiden neigen, bestätigt, dass eine hohe Jodaufnahme zu einer beschleunigten Autoimmunreaktion führt (Mooij et al. 1993; Bagchi et al. 1995, Rasooly et al. 1996). Patienten mit einer jodinduzierten Hypothyreose können durch Jodkarenz (Verzicht auf stark jodhaltige Speisen, Getränke, Medikamente etc.) in eine euthyreote Stoffwechsellage zurückgeführt werden. Dies gilt sowohl für antikörpernegative als auch für antikörperpositive Hypothyreosen.“
Eine japanische (Kasagi et al. 2003) und eine koreanische (Yoon et al. 2003) Studie „steht im Einklang mit den klinischen Beobachtungen in der Schilddrüsenambulanz des Krankenhauses am Urban, dass latent hypothyreote Patienten mit positiven Schilddrüsenautoantikörpern durch eine einfache Reduzierung der Jodaufnahme eine euthyreote Stoffwechsellage wiedererlangen können.“ Zitat Ende. (a.a.O., S. 5)
Laut der Mitteilung in einer WDR-Sendung („Planet Wissen“) von 2009 ist allein der Prozentsatz der an Morbus Hashimoto Erkrankten bis 2009 auf 12,5% der Bevölkerung angestiegen (von 0% vor der Jodierung!), Tendenz steigend.

Schlußbemerkung
„Die vorhandene Literatur zur Kropfforschung belegt, daß die Mitglieder des Arbeitskreises Jodmangel, dessen Sprecher Prof. Dr. med. Roland Gärtner auch Mitglied in der DGE ist, als Vorbild für ihre Neuauflage der Jodmangeltheorie und der auf sie aufbauenden Jodsalzprophylaxe unter den vorausgegangenen Kropfforschern nicht, wie es eigentlich selbstverständlich gewesen wäre, die aktuellen bzw. die nach dem 2. Weltkrieg erarbeiteten Forschungsergebnisse zur Kropfentstehung und Kropfbehandlung wählten (s. u.a. Hellmut Haubold „Der Kropf, eine Mangelerkrankung“ , München 1955).
Unter Umgehung der aktuellen Forschungen stützen sie sich seit ihrer Gründung 1984 in ihren Aussagen – Jodmangel = Kropfentwicklung, Jodzufuhr = Kropfverhinderung, Bedeutung der Jodausscheidung im Harn für den Nachweis des Jodstatus, und in der z.T. heimlichen Vorgehensweise – s. heimliche Viehfutterjodierung! - auf die damals schon über 40 Jahre zurückliegenden, von der Forschung längst widerlegten Aussagen des Schweizer Arztes Dr. med. Hansjakob Wespi-Eggenberger (s. Artikel i.d. Münch. Medizin. Wochenschrift, 1942) .
Der AKJ folgt damit einem Mediziner, der im Vergleich mit anderen, aber auch jüngeren Kropfforschern ein geradezu euphorischer Verfechter der einseitigen „Jodmangeltheorie“ war, der die Salzjodierung als die einzige Methode zur Verhinderung bzw. Behandlung von Strumen – allerdings nur die „Struma diffusa“- darstellt, und der für eine heimliche Salzjodierung plädiert. Zitat: „Es hat sich immer wieder gezeigt, daß es am besten ist, wenn die Einführung des jodierten Kochsalzes „stumm“ erfolgt, d.h. ohne Propaganda oder große Volksaufklärung, sondern einfach so, daß durch Verfügung der verantwortlichen Regierung an Stelle des gewöhnlichen Kochsalzes jodiertes in den Handel und zum Verkauf gebracht wird.“ Zitat Ende (a.a.O., S. 205.)“ (Zitat nach dem Vortrag von Dagmar Braunschweig-Pauli M.A.: „Das Märchen vom Jodmangel“, München, 27.10.2013, auf dem Schilddrüsensymposium “Schilddrüsengesundheit“ von NATURA NATURANS, der Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Abendländische Medizin vom 26./27. 10. 2013.)

Wichtiger Hinweis: Interviews mit dem international renommierten Schilddrüsenspezialisten Prof. Dr. med. Jürgen Hengstmann, Berlin, (1. Gutachter der Diss. Von Tom Wuchter, s.o.) zu Morbus Hashimoto „Augen auf im Jodverkehr“, Morbus Basedow „Bitte bitte kein Jod dazu!“ undÜberjodierung kann Schwangerschaft verhindern und Mutter und Kind gefährden „Bitte französisch denken!“
sind auf der Website der Deutschen SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow – und Hypthyreosekranken www.jod-kritik.de, Startseite, seit 2013 verfügbar . Hinweise u.a. auch zu ihnen waren Gegenstand der Korrespondenz (s. www.jod-kritik.de, Startseite) die Dagmar Braunschweig-Pauli M.A. 2012 und 2013 mit zwei ZDF-Redakteurinnen zwecks Vorbereitung der ZDF-Sendung „In unserem Essen versteckt“ führte.

Copyright by Dagmar Braunschweig-Pauli M. A., Trier, 11.04.2014.