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Organspende

Organspende

Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Trier, den 03.09.2018



Organspende und ihre Problematik


Nachdem der Erfolg der verschiedenen Werbekampagnen für die allgemeine Akzeptanz für Organspenden nach Meinung von Politikern ausgeblieben ist, plädiert nun der Gesundheitsminister Jens Spahn dafür, daß jeder Bürger ein Organspender sein solle, wenn er einer Organspende nicht schriftlich widersprochen hat. Damit ist der schon einmal gescheiterte Vorschlag, daß Menschen, die KEINE Organspende machen wollen, diesen Wunsch in einer Art "Anti-Organspende-Ausweis" festhalten sollten, erneut im Gespräch. Angesichts unseres Grundgesetzes ist so ein Vorschlag natürlich absurd.

Zur Erinnerung: Laut GG Art. 2, Abs. 2 hat jeder deutsche Staatsbürger "das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit", was selbstverständlich auch die Unversehrtheit nach dem Tode bzw. nach der Diagnose „Hirntod“ bei noch lebendigem Leibe (!) mit einschließt. Und dieses Grundgesetz gilt uneingeschränkt in ALLEN entsprechenden Fällen, und nicht erst dann, wenn man einen Hinweis - wie den in Vorschlag gebrachten "Anti-Organspende-Ausweis" - bei sich trägt, daß an einem KEINE Organentnahme, also KEINE Grundrechtsverletzung (s. GG Art. 2, Abs. 2) vorgenommen werden darf.

Durch die Jodierung fast sämtlicher Lebens- und Futtermittel in Deutschland muß die Organspende, aber auch die Blut- und Gewebespende noch unter dem völlig neuen, bisher kaum beachteten Aspekt gesehen werden, daß die Organ-, Blut- und Gewebespenden - auch bei sonst passenden Parametern - nicht für alle Organempfänger geeignet sind.

Das sind sie nämlich besonders dann nicht, wenn es sich bei den Organempfängern z.B. um

Jodallergiker oder Jodempfindliche oder Morbus Basedow- oder Morbus Hashimoto- Patienten handelt, denen bei der Transplantation ein - in aller Regel über die tägliche jodierte Nahrung - jodhaltiges Organ eingepflanzt werden würde. Zwar hätten die Betroffenen dann ein gesundes Organ, aber sie befänden sich in akuter Lebensgefahr, auf das ebenfalls mit transplantierte Jod mit einem anaphylaktischen Schock oder einer thyreotoxischen Krise oder einer anders gearteten krisenhaften Verschlimmerung der bestehenden Schilddrüsenerkrankung zu reagieren.

Diese bisher noch nicht thematisierte Problematik der Jodorgane wird hier mit einem Auszug aus dem Kapitel "Blut- Gewebs- und Organspende" aus "Jod-Krank. Der Jahrhundertirrtum" von Dagmar Braunschweig-Pauli, Trier 2012, S. 282 – 291, kurz dargestellt:
"Blut- und Gewebespenden und Organtransplantationen bergen für Jodallergiker ebenfalls aus Gründen der Jodanreicherung im Blut und in allen Organen und Geweben, Knochen etc. infolge der jodierten Ernährung ein hohes Risiko eines anaphylaktischen Schockes. Jodallergiker, die auf die Spende eines Organs bzw. auf Blut-und Gewebespenden angewiesen sein möchten, sind deshalb gut beraten, bei der Suche nach dem passenden Spender auch darauf zu bestehen, daß bekannt ist, ob dieser für ihn ausgesuchte Blut-, Organ- bzw. Gewebespender sich auch mit nicht künstlich jodierten Speisen ernährt hat. Andernfalls ist das Risiko eines anaphylaktischen Schockes infolge der Einpflanzung eines jodangereicherten Organs bzw. Gewebes nicht mit Sicherheit auszuschließen. … Ein Ausweg aus dieser Jodfalle könnte es sein, daß Blut-, Organ- und Gewebespender grundsätzlich

auf ihrer Blut-. Organ- und Gewebespende bzw. auf ihrem Spenderausweis vermerken lassen, daß sie Jodallergiker sind und somit ihre organische Spende auch ohne künstliche Jodsätze." ( a. a. O., 3. aktualisierte Neuaufl. Trier 2012, Anhang,S. 291)

Welche Menschen generell KEINE Organe spenden dürfen, weil man ihre Organe auf Grund bestimmter Vorerkrankungen gar nicht gebrauchen kann, wird in den Werbebroschüren für Organspende – meiner Kenntnis nach – nicht erwähnt. „Wie in einer Stellungnahme der DKMS (Deutsche Knochenmarksspendedatei) einem Betroffenen auf eine Anfrage mitgeteilt wurde, kommen wegen einer „möglichen Übertragbarkeit“ Menschen mit den Autoimmunerkrankungen Morbus Hashimoto“ (bereits 2009 bei 12,5,% der Bevölkerung, Tendenz steigend, Anm. d. Aut.) „und Morbus Basedow“ (bereits 2009 bei 6 % der Bevölkerung, Tendenz steigend, Anm. d. Aut.) eher nicht als Organspender in Frage. Damit scheiden in Deutschland mindestens die 18,5 % Menschen mit den genannten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse als Organspender aus.“

Neben der hohen Anzahl (mind. 18,5 %) von Autoimmunerkrankungen, bei denen die Organe nicht verwendet werden dürfen, sind Organe von Menschen mit ansteckenden Erkrankungen wie Tollwut, Tuberkulose o.ä. ebenfalls nicht für eine Transplantation geeignet.

Daß das Krebsrisiko bei Organempfängern erhöht ist, und daß es seit gut 20 Jahren bereits die sehr gut erforschte und längst erfolgreich in der Praxis angewendete „Xenotransplantation“ gibt, für die menschliche Organe nicht gebraucht werden, erfährt der Bundesbürger ebenfalls nicht aus den Organ-Werbe-Prospekten. (s. Dagmar Braunschweig-Pauli, Jod-Krank, 2012, a.a.O., S. 288ff)


Zwei weitere Fragen stellen sich:

1. Wird den nicht für eine Transplantation geeigneten Menschen, falls sie Organspender sind, mitgeteilt, daß ihre Organe gar nicht verwendet werden können?

2. Werden ihre Organe in diesen Fällen trotzdem entnommen und, wenn ja, was passiert dann mit diesen nicht verwendbaren Organen, die ja in Deutschland nicht implantiert werden dürfen?


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