Morbus Basedow

MORBUS BASEDOW

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BITTE BITTE KEIN JOD DAZU!

Interview mit Prof. Dr. med. Jürgen Hengstmann, Berlin, über Morbus Basedow, die andere häufige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse in Deutschland.
Das Interview führte Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Journalistin, Trier, 24. September 2013.

Morbus Basedow: Bitte bitte kein Jod dazu!

Sehr geehrter Herr Professor Hengstmann, Morbus Basedow ist neben Morbus Hashimoto die andere häufig in Deutschland vorkommende Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Sie hat in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren um mindestens das Vierfache zugenommen. Bereits 2002 spricht Prof. Dr. med. Lothar-Andreas Hotze gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) von 4 % Deutschen, deren „Schilddrüse zu aktiv“ sei.
Von Seiten der Jodbefürworter – Arbeitskreis Jodmangel, Deutsche Gesellschaft für Ernährung und Bundesinstitut für Risikobewertung z.B. – wird ja regelmäßig verlautet, daß die Jodaufnahme in Deutschland durch Jodsalz und jodierte Lebensmittel – auch jodierte tierische Produkte – für Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung, vor allem denen mit Morbus Basedow und Überfunktion, kein gesundheitliches Risiko bedeute.
Stimmt das?

Hengstmann: STIMMT NICHT !!! HOHE JODMENGEN BEI M.BASEDOW könnte man meiner Meinung nach auch als MORDVERSUCH ansehen !!! – wenn man die tödlichen Folgen der hohen Jodgaben bei einer Morbus Basedow-Erkrankung kennt und billigend in Kauf nimmt.

Braunschweig-Pauli: Viele Jodgeschädigte empfinden das ähnlich und versuchen seit Jahren, den Verantwortlichen unsere lebensbedrohliche Situation klar zu machen. Bisher treffen alle unsere Hilferufe – übrigens parteienübergreifend! - auf taube Ohren. Seit inzwischen über zwanzig Jahren kämpfen wir Jodgeschädigten in Deutschland um unser Überleben, weil uns durch die fast generelle Jodierung der Lebensmittel eine der wichtigsten Lebensmöglichkeiten – nämlich die Nahrungsaufnahme ohne mögliche tödliche Folgen – entzogen worden ist. Und bei jeder Nahrungsaufnahme müssen wir um unser Leben fürchten.
Herr Hengstmann, Sie sprechen aus, was übrigens auch von prominenter Seite aus den USA bestärkt wird. Laura Bush äußert in ihrer 2010 erschienen Autobiografie „Spoken From the Heart“, die Vermutung, daß ihr Mann George Bush, der damalige Präsident der USA, 2007 in Heiligendamm zusammen mit seiner Begleitung vergiftet worden sei.
Zur Erinnerung: Präsident George Bush, dessen Erkrankung an Morbus Basedow ja international bekannt ist, ging es nach einem Gala-Essen (mit deutschen Zutaten!) in Heiligendamm sehr schlecht. Den spärlichen Zeitungsberichten darüber war nur zu entnehmen, daß er sich immer in sicherer Nähe des Badezimmers hatte aufhalten müssen. Wegen Bushs allgemein bekannten autoimmunen Schilddrüsenerkrankung erhielt ich als Sprecherin der Deutschen SHG der Jodallergiker unmittelbar nach den ersten Nachrichten über dieses Ereignis viele Anrufe von Betroffenen, die sich die plötzliche Krankheitsattacke des Präsidenten nach einem Essen mit deutschen! Zutaten als – für Insider absehbare- Wirkung des unvermeidlichen Jodes in deutschen Lebensmitteln auf einen an Morbus Basedow-Erkrankten erklärten. Wegen der Fülle der bei mir eingehenden Anfragen zu diesem Ereignis habe ich einen erklärenden Kommentar geschrieben und veröffentlicht. Ich füge ihn hier im Anschluß an dieses Interview an.

Frage: Herr Professor Hengstmann, an

welchen Symptomen ist Morbus Basedow zu erkennen?

Hengstmann: Die Symptome sind die einer Hyperthyreose mit vermehrtem Schwitzen, schnellem – regelmäßigen oder unregelmäßigem - Puls, häufigem Stuhlgang und Gewichtsabnahme. Hinzu kommen Nervosität und zittrige Finger. Bei Frauen im gebährfähigen Alter kann die Menstruation aussetzen. In vielen Fällen treten die Augen stark hervor. Professor Deutsch von der Universität Wien sagte seinerzeit zu uns Studenten: „Wanns an Patienten seh`n, dems an Büstenhalter über die Augen stülpen wolln, dann seh´ns an Basedow. Weitere Diagnostik brauchts nicht.“ Man nennt das die „klinische Symptomatik“. Mit diesen Symptomen geht der Patient zum Arzt.
Natürlich wird dann - trotz sichtbarer Augensymptomatik - eine eingehende Untersuchung erfolgen.

Frage: Was gehört zur weiteren Diagnostik des Morbus Basedow?

Hengstmann: Die Diagnostik besteht aus drei Teilen, der a) Untersuchung des Patienten durch den Arzt, der b) Laboruntersuchung des Blutes und dem c) Ultraschall. Zunächst tastet der Arzt die Schilddrüse mit den Fingern ab um festzustellen, ob die Schilddrüse vergrößert und/oder uneben ist. Mit dem Stethoskop, das er auf die Schilddrüse aufsetzt, ist bei aktivem Morbus Basedow ein pulssynchrones zischendes Geräusch zu hören. Gleichzeitig ist die Haut feucht, klebrig und rosig. Die gespreizten Finger an den ausgetreckten Armen zeigen einen feinschlägigen Fingertremor. Beim Abhören des Bauches zeigen sich Darmgeräusche, die einem Durchfall vorausgehen. Der Arzt entnimmt dem Patienten Blut, das im Labor auf seine Antikörper (=TPO) und TRAK-Werte (=FT4) untersucht wird.
Liegt ein Morbus Basedow vor, sind TRAK und TPO erhöht.Bei Morbus Basedow erscheint die Schilddrüse im Farb-Ultraschall rot (vermehrter Blußfluß), im Schwarz-Weiß-Ultraschall schwarz.
Frage: Herr Hengstmann, welche Ultraschall-Form bevorzugen Sie für die Diagnostik des Morbus Basedow?

Hengstmann: Ich bevorzuge auf jeden Fall den Farb-Ultraschall für die Diagnostik eines Morbus Basedows, aber auch für die Diagnostik eines Morbus Hashimoto.

Frage: Oft berichten Patienten mit Morbus Basedow, daß bei ihnen ein Szintigramm gemacht worden sei. Was halten Sie davon?

Hengstmann: Nichts. Ein Szintigramm ist bei beiden Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, also bei Morbus Basedow und Morbus Hashimoto, völlig überflüssig. Nicht allerdings bei Struma nodosa, also einer Schilddrüse mit sogenannten „Kalten und Heißen Knoten“, besser beschrieben als „inaktive und überaktive Bereiche“.

Frage: Wie sieht die Therapie eines Morbus Basedow aus, Herr Professor?

Hengstmann: Zunächst gilt wie bei Morbus Hashimoto die strikte Diätanweisung: kein zusätzliches Jod! Also weder Jodsalz noch jodierte Lebensmittel wie Halb- und Fertigprodukte mit Jodzusätzen und auch keine tierischen Produkte wie Milch, Eier etc., auch im Biobereich, zu sich zu nehmen, weil bei uns in Deutschland – aber auch in Österreich und der Schweiz - immer noch Viehfutter, Mineralstoffvormischungen, Lecksalze etc. jodiert werden.
Mit einer Basedow-Therapie müssen meist zwei Symptome behandelt werden:Der Exophthalmus: Bei ausgeprägter Augensymptomatik – dem sogenannten „Exophthalmus“ – kann Prednison eingesetzt werden. Die häufigste Therapie bei einem Exophthalmus ist die Operation.Die Schilddrüse: die autoimmune Schilddrüse wird mit Thiamazol behandelt,

um ihre Überreaktion zu bremsen. Jodzusätze in jeglicher Form sind bei Morbus Basedow hoch-kontraindiziert, weil sie die Schilddrüse, deren Überreaktion ja gebremst werden muß, weiter anfeuert. Bleibt jedoch die Jodaufnahme bei Morbus Basedow bestehen – wie das in Deutschland der Hochjodierung oft der Fall ist -, erfordert das eine zwei bis drei Mal höhere Dosis von Thiamazol, um der Anfeuerung der Schilddrüse durch das Jod entgegen zu wirken. Thiamazol kann in dieser hohen Dosierung aber knochenmarktoxisch wirken, weswegen ich von einer hohen Dosierung unbedingt abrate.
Frage: Gibt es vielleicht noch ein anderes Medikament, das bei Morbus Basedow eingesetzt werden kann, und das nicht so starke Nebenwirkungen hat?

Hengstmann: Ja, das Medikament heißt Propycil.

Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen Thiamazol und Propycil?

Hengstmann: Ja, das Propycil ist weniger knochenmarkschädlich, aber auch weniger wirksam. Und bitte bitte kein Jod dazu!

Frage: Herr Professor Hengstmann, ich habe noch eine Frage zum Verlauf der Basedow-Erkrankung. Kann man Betroffenen Hoffnung auf eine Verbesserung ihres Zustandes machen?

Hengstmann: Durchaus. Wenn man nämlich in der Ernährung grundsätzlich Jodzusätze wegläßt – was in Deutschland allerdings mit sehr viel Aufwand und dem Einkauf von meist ausländischen tierischen Produkten verbunden ist – kann die Thiamazol- bzw. Propycil-Therapie die Überreaktion der gesamten Schilddrüse erfolgreich bremsen. Dadurch kann der Basedow zum Stillstand kommen.
Durch Jod hingegen wird der Verlauf des Basedows deutlich deutlich verstärkt.

Frage: Zu den Ursachen der Entwicklung eines Morbus Basedow gibt es verschiedene Meinungen. Wie erklären Sie sich die Entstehung dieser Autoimmunerkrankung?

Hengstmann: Bei Morbus Basedow spielt, so möchte ich es ausdrücken, das Immunsystem verrückt. Es sind wohl immer mehrere Auslöser, die nötig sind, damit diese Erkrankung in Erscheinung tritt. Neben dem bereits erwähnten Jod als „Anfeuerungsstoff“ der bereits überaktiven Schilddrüse sollten auch psychosomatische und psychische Aspekte zur Klärung der Ursachen beachtet werden.

Dagmar Braunschweig-Pauli: Herr Professor Hengstmann, ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses sehr wichtige Interview über Morbus Basedow und die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von zusätzlichem Jod auf den Verlauf dieser Autoimmunerkrankung und wünsche mir sehr, daß Ihre Forschungsergebnisse von Patienten und Medizinern und den verantwortlichen Politikern zur Kenntnis genommen und dann natürlich auch beherzigt werden.
Und ich erhoffe mir, daß unsere Gesundheitspolitiker sich im Interesse der erfolgreichen Therapierbarkeit der Autoimmunerkrankungen Morbus Hashimoto (12,5%) und Morbus Basedow (4%) und darüber hinaus ihrer Vorbeugung, nämlich daß diese Erkrankungen gar nicht erst entstehen, endlich entschließen, die Jodierung der Lebens- und Futtermittel in Deutschland - weil in hohem Maße gesundheitsschädlich - zu verbieten.
Nachdem bisher aber alle unsere Appelle an bundesdeutsche Politiker und Verantwortliche, die grundrechtsverletzende, gesundheitsgefährdende Jodierung zu beenden, ungehört verhallt sind, erhoffen wir uns tatsächlich aus dem Ausland - s. Laura Bushs Autobiografie – die erlösenden Impulse zur Beendigung der für viele von uns tödlich endenden Zwangsjodierung.
Meine Wunschvorstellung ist, daß ausländische Politiker für ihren Staatsbesuch in Deutschland die Bedingung stellen, NICHT über die angebotenen deutschen Speisen mit Jod zwangsmedikamentiert zu werden, damit es ihnen nicht ebenso ergeht wie seinerzeit George Bush in Heiligendamm.

Copyright by Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Trier, den 24. September 2013

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Professor Dr. med. Jürgen Hengstmann darf dieses Interview auf der Website www.jod-kritik.de veröffentlicht werden.