Milchexport

MILCHEXPORT

MILCHEXPORT

Am 16 Februar 2015 schrieb ich unten stehenden Leserbrief zum künftigen internationalen deutschen Milchexport an die Leserbrief-Redaktion des „Trierischen Volksfreundes“, der Trierer Tageszeitung, in der der diesem Leserbrief zugrunde liegende Leitartikel „Bauern aus der Region liefern Milch in die ganze Welt“, erschienen war. Gleichzeitig leitete ich meinen Leserbrief an die verantwortliche Molkerei und an den Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau weiter.

Exportproblem durch undeklariertes Jod in deutscher Milch?

Leserbrief
zum Leitartikel: „Bauern aus der Region liefern Milch in die ganze Welt“, vom 06.02.2015 im Trierischen Volksfreund.

Der TV-Artikel „Bauern aus der Region liefern Milch in die ganze Welt“, vom 06.02.2015 informiert darüber, daß ab dem 1. April 2015 die 1984 von der EU eingeführte sogenannte „Milchquote“ abgeschafft wird. Erwartetes und u.a. von deutschen Molkereien erhofftes Ergebnis dieser Maßnahme ist die Ausweitung des internationalen Exports deutscher Milchprodukte, einschließlich Babynahrung, vor allem nach Afrika, Russland, dem Nahen Osten und China.

Bei den allermeisten deutschen Milchprodukten,

auch im Biobereich, handelt es sich um - über das künstlich jodierte Tierfutter - jodierte Lebensmittel, deren nicht deklarierter Jodgehalt infolge des erlaubten Jodzusatzes von 5 mg pro kg Futtermittel laut unabhängiger Untersuchung der FAL (Braunschweig) 1522 Mikrogramm (Jod) pro Liter Milch beträgt. Demzufolge kann die in deutscher Milch befindliche Jodmenge den von der WHO als kritisch angegebenen Jodgrenzwert von 200 Mikrogramm Jod pro Tag um mehr als das Siebenfache übersteigen.

Im Ausland sind vorjodierte Lebensmittel meist unerwünscht, so daß deutsche Marktführer, die ihre Produkte für den inländischen Absatz jodieren, jedoch die gleichen, für das Ausland bestimmten Produkte, häufig nicht jodieren.

Einen zentralen Stellenwert im globalen Handel hat die Einhaltung der vorgeschriebenen Deklarationspflicht, an Hand derer der unerwünschte Zusatzstoff Jod identifiziert bzw. ausgeschlossen werden kann. Zudem differieren in einzelnen Ländern die erlaubten Jodmengen in Lebensmitteln.

In China z.B. werden deswegen sogar die deklarierten Jodgehalte von eingeführten Milchprodukten, vor allem von Babynahrung, sehr streng kontrolliert und extra nachgeprüft. Laut einem Schweizer Zeitungsbericht

vom 16.06.2005 beanstandeten damals chinesische Behörden den zu hohen Jodgehalt in Babynahrung einer Schweizer Firma, weil ein Jahr zuvor 12 Kinder infolge der Babynahrung eines anderen Produzenten gestorben waren.

Probleme für den Export deutscher Jodmilch ergeben sich vor allem daraus, daß der künstliche Jodzusatz in deutscher Milch gar nicht deklariert ist und damit auch nicht offiziell bekannt gemacht wird. Auf diese Weise kann deutsche Jodmilch infolge mangelnder Deklaration getarnt und oft unerwünscht auch in solche Länder gelangen, die die Einfuhr von jodierten Lebensmitteln konsequent ablehnen.

Einen in mehrfacher Hinsicht positiven Effekt hat die Abschaffung der „Milchquote“ in der EU allerdings für deutsche Verbraucher, wenn – meist unjodierte - Milch aus dem Ausland importiert werden kann: zum einen käme es infolge unjodierter Milchprodukte und ihrer Folgeprodukte zu einer flächendeckend geringeren toxischen Jodaufnahme über die Lebensmittel, so daß der drastische Anstieg u.a. der jodinduzierten Autoimmunerkrankungen Morbus Basedow- und Morbus Hashimoto im Laufe der Zeit wahrscheinlich beendet werden könnte, und zum anderen würde der Zeit, Geld und Benzin verschlingende Milchtourismus (=Einkaufsfahrten wegen unjodierter Milchprodukte) ins benachbarte Ausland überflüssig.

Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Trier, den 16.02.2015